Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Fragen zu einzelnen Krankenkassen

Moderator: Czauderna

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Marcopolo2015
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Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von Marcopolo2015 » 14.03.2019, 12:02

Hallo Zusammen,
ich habe ein paar Fragen zu meiner Situation und bitte um Rat :)

Ich habe 2015 Deutschland, nach langjähriger Beitragszahlung, freiwillig gesetzlich versichert als Selbstständiger mit Anwartschaft verlassen und meinen Wohnsitz in Deutschland damals nicht abgemeldet. Bis auf einen zweiwöchigen Besuch war ich seitdem nicht mehr in Deutschland.
Auf Reisen war/bin ich die überwiegende Zeit durch Reisekrankenversicherungen (ELVIA YoungTravel Work&Learn, WorldNomads, Safetywing) für den medizinischen Notfall abgesichert.

In den wenigen Wochen in denen ich nicht versichert war hat es mich leider mit einer akuten Mandelentzündung mit Abszess ins Krankenhaus (stationär) in Korea verschlagen.
Frage 1) Gib es die Chance irgendwelche Kosten von der deutschen Krankenkasse erstattet zu bekommen?


Seit diesem Vorfall bekomme ich regelmäßig, trotz zweifacher Antibiotikabehandlung, immer wieder Mandelentzündungen, so dass ich eine Rückkehr nach Deutschland zur operativen Entfernung (ebenso Empfehlung des Arztes in Korea) in Erwägung ziehe.
Meine Selbstständigkeit habe ich mit der Steuererklärung 2017 dem Finanzamt als beendet angezeigt und ich plane die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (500 EUR) zur Wiederanmeldung.
Frage 2) Gibt es Anzeichen dafür, dass die Krankenkasse bei Rückkehr die Wiederanmeldung verweigern oder Beitragsnachzahlungen anfordern könnte?

Frage 3) Kann die Krankenkasse die Bezahlung der Behandlungskosten verweigern?

Frage 4) Werde ich bei Aufnahme einer Beschäftigung automatisch wieder als gesetzlich Pflichtversicherter eingestuft, muss ich das irgendwie gesondert (im Vorfeld) beantragen, gibt es Voraussetzungen (Dauer, Verdienst, etc.) die eingehalten werden müssen?

Ich vermute ich werde nach meiner Rückkehr nicht dauerhaft in Deutschland verweilen sondern erst einmal weiter die Welt bereisen wollen. Auf die Zahlung der Anwartschaft (57 EUR mtl.) würde ich dabei wenn möglich gerne verzichten, trotzdem aber die Möglichkeit haben, bei Rückkehr, auch im Notfall, wieder problemlos aufgenommen zu werden.
Frage 5) Soweit ich informiert bin, ist eine Anwartschaft als gesetzlich Pflichtversicherter dafür nicht wirklich notwendig. Richtig?

Frage 6) Muss ich der Krankenkasse, vor erneuter Abreise (ohne Anwartschaft), gesondert kündigen oder reicht die Abmeldung durch den Arbeitgeber? Fristen?

Frage 7) Angenommen ich entschließe mich gegen eine Behandlung in Deutschland, möchte aber trotzdem als gesetztlich Pflichtversicherter eingestuft, aus der Anwartschaftsversicherung raus und bei Rückkehr problemlos wieder aufgenommen werden, ist das aus der Ferne möglich?

Irgendwelche weiteren Vorschläge/Anregungen?

Ein herzliches mega Dankeschön im Voraus für Euren Rat und Eurer Zeit und Mühe
Marco

franzpeter
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Re: Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von franzpeter » 16.04.2019, 21:32

Was spricht dagegen die Mandel OP in Korea machen zu lassen ?

Czauderna
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Re: Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von Czauderna » 06.05.2019, 12:13

Marcopolo2015 hat geschrieben:
14.03.2019, 12:02
Hallo Zusammen,
ich habe ein paar Fragen zu meiner Situation und bitte um Rat :)

Ich habe 2015 Deutschland, nach langjähriger Beitragszahlung, freiwillig gesetzlich versichert als Selbstständiger mit Anwartschaft verlassen und meinen Wohnsitz in Deutschland damals nicht abgemeldet. Bis auf einen zweiwöchigen Besuch war ich seitdem nicht mehr in Deutschland.
Auf Reisen war/bin ich die überwiegende Zeit durch Reisekrankenversicherungen (ELVIA YoungTravel Work&Learn, WorldNomads, Safetywing) für den medizinischen Notfall abgesichert.

In den wenigen Wochen in denen ich nicht versichert war hat es mich leider mit einer akuten Mandelentzündung mit Abszess ins Krankenhaus (stationär) in Korea verschlagen.
Frage 1) Gib es die Chance irgendwelche Kosten von der deutschen Krankenkasse erstattet zu bekommen?

Nein, gibt es leider nicht, da die GKV grundsaetzlich nur für Leistungen in der EU oder in einem Abkommensstaat etwas erstattet.

Seit diesem Vorfall bekomme ich regelmäßig, trotz zweifacher Antibiotikabehandlung, immer wieder Mandelentzündungen, so dass ich eine Rückkehr nach Deutschland zur operativen Entfernung (ebenso Empfehlung des Arztes in Korea) in Erwägung ziehe.
Meine Selbstständigkeit habe ich mit der Steuererklärung 2017 dem Finanzamt als beendet angezeigt und ich plane die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung (500 EUR) zur Wiederanmeldung.
Frage 2) Gibt es Anzeichen dafür, dass die Krankenkasse bei Rückkehr die Wiederanmeldung verweigern oder Beitragsnachzahlungen anfordern könnte?
Wenn der 1. Wohnsitz nicht in Deutschland gelöscht wurde, kann es schon zur Nachzahlung kommen. Wenn eine Anmeldung eines Arbeitgebers als krankenversicherungspflichtig erfolgt, dann dürfte das kein Problem sein

Frage 3) Kann die Krankenkasse die Bezahlung der Behandlungskosten verweigern?
wenn eine Mitgliedschaft bei der Kasse besteht, dann muss die Kasse die Kassenleistungen auch erbringen (ab Mitgliedsc haftsbeginn), zu Listungen im Ausland - siehe oben.

Frage 4) Werde ich bei Aufnahme einer Beschäftigung automatisch wieder als gesetzlich Pflichtversicherter eingestuft, muss ich das irgendwie gesondert (im Vorfeld) beantragen, gibt es Voraussetzungen (Dauer, Verdienst, etc.) die eingehalten werden müssen?
Wie geschrieben, das entscheidet erst mal der Arbeitgeber - du musst ihm nur deine Wunschkasse nennen - wenn die gewählte Kasse Zweifel an der Richtigkeit der Beschaeftigung hat, wird sie entsprechend reagieren.

Ich vermute ich werde nach meiner Rückkehr nicht dauerhaft in Deutschland verweilen sondern erst einmal weiter die Welt bereisen wollen. Auf die Zahlung der Anwartschaft (57 EUR mtl.) würde ich dabei wenn möglich gerne verzichten, trotzdem aber die Möglichkeit haben, bei Rückkehr, auch im Notfall, wieder problemlos aufgenommen zu werden.
Frage 5) Soweit ich informiert bin, ist eine Anwartschaft als gesetzlich Pflichtversicherter dafür nicht wirklich notwendig. Richtig?
Wenn du wieder ins Ausland gehst, bist du nicht mehr gesetzlich pflichtversichert, also beginnt das Spiel wieder von vorne.

Frage 6) Muss ich der Krankenkasse, vor erneuter Abreise (ohne Anwartschaft), gesondert kündigen oder reicht die Abmeldung durch den Arbeitgeber? Fristen?
nein, du musst dich schon bei der Kasse melden, sonst wird sie dich nahtlos "zwangsversichern" wenn du deinen 1. WSohnsitz nicht löschen lässt, und das kann dann richtig teuer werden.

Frage 7) Angenommen ich entschließe mich gegen eine Behandlung in Deutschland, möchte aber trotzdem als gesetztlich Pflichtversicherter eingestuft, aus der Anwartschaftsversicherung raus und bei Rückkehr problemlos wieder aufgenommen werden, ist das aus der Ferne möglich?
Die Frage verstehe ich nicht - wie soll das praktisch funktionieren ?

Irgendwelche weiteren Vorschläge/Anregungen?

Ein herzliches mega Dankeschön im Voraus für Euren Rat und Eurer Zeit und Mühe
Marco
Gruss
Czauderna

franzpeter
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Re: Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von franzpeter » 13.05.2019, 19:40

Czauderna hat geschrieben:
06.05.2019, 12:13
Wenn der 1. Wohnsitz nicht in Deutschland gelöscht wurde, kann es schon zur Nachzahlung kommen ...


Er hat doch Deutschland verlassen und eine Anwartschaft bezahlt. Außerdem war er ja im Ausland versichert und kann beides
sicherlich auch nachweisen (Reisepass, Versicherungspolicen etc.).

Wenn das so wäre, dann müsste es eine gesetzliche Grundlage geben aus sich eine vom Wohnsitz abhängige automatische
Mitgliedschaft ergibt, auch wenn die Person tatsächlich nicht in DE anwesend ist. Das würde bedeuten, dass abhängig davon,
ob man sich beim Meldeamt abmeldet oder anmeldet eine Mitgliedschaft entsteht.

Diese gesetzliche Grundlage würde mich interessieren.

Czauderna
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Re: Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von Czauderna » 13.05.2019, 20:17

franzpeter hat geschrieben:
13.05.2019, 19:40
Czauderna hat geschrieben:
06.05.2019, 12:13
Wenn der 1. Wohnsitz nicht in Deutschland gelöscht wurde, kann es schon zur Nachzahlung kommen ...


Er hat doch Deutschland verlassen und eine Anwartschaft bezahlt. Außerdem war er ja im Ausland versichert und kann beides
sicherlich auch nachweisen (Reisepass, Versicherungspolicen etc.).

Wenn das so wäre, dann müsste es eine gesetzliche Grundlage geben aus sich eine vom Wohnsitz abhängige automatische
Mitgliedschaft ergibt, auch wenn die Person tatsächlich nicht in DE anwesend ist. Das würde bedeuten, dass abhängig davon,
ob man sich beim Meldeamt abmeldet oder anmeldet eine Mitgliedschaft entsteht.

Diese gesetzliche Grundlage würde mich interessieren.


Hallo,
stimmt - er hatte ja eine Anwartschaft, d.h. er hatte das mit der Kasse schon vorher geklärt - dann gibt es natürlich keine Nachzahlung.
Sorry, hatte ich nicht (richtig) gelesen.
Gruss
Czauderna

franzpeter
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Re: Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von franzpeter » 15.05.2019, 16:48

Aber selbst ohne Anwartschaft dürfte die Mitgliedschaft unabhängig von einem Wohnsizt in DE sein.
Bsp. Wohnung in DE steht leer und Betroffener befindet sich auf Weltreise außerhalb der EU, auch dann dürfte keine Nachforderung
fällig sein.

Czauderna
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Re: Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von Czauderna » 15.05.2019, 17:34

franzpeter hat geschrieben:
15.05.2019, 16:48
Aber selbst ohne Anwartschaft dürfte die Mitgliedschaft unabhängig von einem Wohnsizt in DE sein.
Bsp. Wohnung in DE steht leer und Betroffener befindet sich auf Weltreise außerhalb der EU, auch dann dürfte keine Nachforderung
fällig sein.
Das glaube ich nun weniger - wer in Deutschland seinen 1. Wohnsitz hat, der muss sich auch in Deutschand krankenversichern oder einen anderweitigen, konformen Krankenversicherungsschutz nachweisen - normale Auslandskrankenversicherungen reichen da meist nicht aus.
Interessant dazu ist auch das hier - https://www.gkv-spitzenverband.de/media ... rmteil.pdf
Gruss
Czauderna

franzpeter
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Re: Rückkehr nach Deutschland / Anwartschaft

Beitrag von franzpeter » 17.05.2019, 14:28

Bedeutet dies, dass man sich auch bei Anwartschaftszahlungen vom Wohnsitz abmelden muss ?
Der Wohnsitz bleibt ja auch dann bestehen, wenn die Wohnung während der Weltreise leer steht, damit man bei Rückkehr wieder eine Wohnung zur Verfügung hat. Es kann ja nicht sein, dass dann auch Versicherungsbeiträge anfallen, nur weil man die Wohnung behalten hat. Das wäre ja derselbe Unsinn wie bei der GEZ bei der man automastich fern sieht, wenn man eine Wohnung hat.

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