Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Fragen zu einzelnen Krankenkassen

Moderator: Czauderna

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Sephoria
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Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Sephoria » 02.11.2019, 14:07

Guten Tag,

ich wollte einmal nachfragen, wo ich mich über meine Krankenkasse, die sich in NRW befindet, beschweren kann?

Wäre das die Stelle?
Und ich wollte fragen, ob man mit allen Belangen sich an diese Behörde wenden kann?

Aufsichtsbehörden der gesetzlichen Krankenversicherung
Bundesversicherungsamt

Referat II
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Tel: 0228 / 619-0
Fax: 0228 / 619-1870

Viele Grüße

https://www.krankenkassen.de/gesetzlich ... behoerden/

Czauderna
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Czauderna » 02.11.2019, 16:30

Hallo,
wenn die Kasse länderüberggreifend tätig ist, dann ist das BVA die richtige Anlaufstelle für eine Beschwerde - ansonsten ist es das jeweilige Bundesland in dem die Kasse ihren Sitz hat (Sozialministerium).
Was den Beschwerdegrund betrifft - um was ginge es denn, vielleicht kann dann etwas besser geantwortet werden.
Gruss
Czauderna

RHW
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von RHW » 03.11.2019, 09:11

Hallo Sephoria,

die Aufsichtsbehörde der jeweiligen Krankenkasse steht auf der Internetseite der Krankenkasse im Impressum:

- meistens ist es das Bundesversicherungsamt in Bonn
- wenn die Krankenkasse nur in maximal 3 Bundesländern tätig ist: die von dem betreffenden Bundesland bestimmte Behörde (z.B. Sozialministerium)

An die Aufsichtsbehörde kann man sich wenden, wenn man der Meinung ist, dass die Krankenkasse gegen Gesetze oder andere Vorschriften verstößt/verstoßen hat.

Wenn man der Meinung ist, dass Gesetze oder Verordnungen geändert werden sollten, sollte man sich an das Bundesgesundheitsministerium oder den Petitionsausschuss des Bundestages wenden.

Gruß
RHW

Sephoria
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Sephoria » 04.11.2019, 06:30

Guten Morgen,

vielen Dank für eure Infos, sehr nett.
Ich vermute, dass ich mit meinem Anliegen dort nicht richtig bin.

Kurzgefasst geht es darum, dass die KK meiner Meinung nach, sich nicht richtig verhält.

Bei wichtigen Anfragen oder wichtigen Themen, antwortet die KK nicht.
Mehrfach schicke ich E-Mails erneut ab und mehr als Eingangsbestätigungen kam nichts. Das passierte sehr oft und ich muss extrem hartnäckig sein, damit ich Antworten erhalte. Nicht immer, aber zu oft.

Auch das auf mein Anliegen nicht komplett geantwortet wurde, wie z.B. ich frage nach Birnen und Äpfel und es wird nur etwas im Bezug auf Birnen geantwortet. Ich schreibe wieder das meine Frage nicht beantwortet wurde und es kommt wieder keine Reaktion.

Sowas kann maaaaal passieren, daß eine E-Mail untergeht aber nicht in dem Ausmaße.

• mir wurde zu Unrecht das Krankengeld gestrichen, dazu holte ich mir Rechtsbeistand und schwuppdiewupp war mein Krankengeld überwiesen

• ich rufe bei der KK nicht mehr an, da ein MA am Telefon sehr laut wurde. Ich dachte, ich höre nicht richtig und machte mir Vorwürfe und beleidigte mich, aber alles zu unrecht und es kamen Äußerungen des MA das geht gar nicht. Ich schildere das hier noch sehr harmlos.

Das zieht sich über viele Themen her, und die KK übt einen extremen Druck auf mich aus. Hier könnte man annehmen, ich hätte vielleicht einen neben mir laufen, aber sowas kann ich mir nicht alles einbilden. Dann habe ich mich gefragt, bin ich jetzt überempfindlich, aber nein, das ist zu krass und offensichtlich was von der KK veranstaltet wird.

Selbst mein Arzt hat sich über das Verhalten bei der KK beschwert, was das für eine Art wäre un vor allem nicht gesundheitsfördernd, im Gegenteil.

Ich kann hier nicht alles erwähnen, aber es ging vor allem um medizinische wichtige Untersuchungen, die genehmigt werden mussten. Ach da hat die KK gaaaaar nicht drauf reagiert und auch hier musste ich hartnäckig bleiben.
Die kostbare Zeit die aufgrunddessen verstreicht ist eher gesundheitsschädigend als fördernd. Und darüber rege ich mich sehr auf.

Soll ich mir hierzu lieber einen Anwalt nehmen oder mich an diesee Beschwerdestelle wenden?
Oder muss ich einfach tief durchatmen und dadurch.und es ist so wie es ist und ich muss stark sein und es ignorieren u. Mich zukünftig darauf einstellen, wie die KK vorgeht und meiner Nerven schonen. Ich weiß es nicht.

Ist halt auch die Frage, was habe ich davon, wenn ich dagegen vorgehe?

Oder welchen Rat habt ihr für mich?


Die KK hat es wirklich geschafft, dass es mir so schlecht geht, dass ich lieber 3 Büros putzen würde als weiterhin Krankengeld zu beziehen. Aber leider bin ich körperlich nicht in der Lage dazu, dass ich leider auf das Krankengeld angewiesen bin.
Jetzt versuche ich ganz schnell gesund zu werden. Habe sogar bei einem Arzt angerufen, wo ich 5 Wochen auf einen Termin warten muss. Hab vorgeschlagen,.ich würde auch privat zahlen, weil ich schnell wieder gesund werden möchte. Aber hier müsste ich auch 3 Wochen auf den Termin warten.


Viele Grüße
Sephoria

Czauderna
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Czauderna » 04.11.2019, 11:05

Hallo,
so, wie geschildert bleiben da nur drei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit wäre tatsaechlichz eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde, hier meine ich allerdings, dass es da nur um Probleme bei der Leistungsgewährung oder Versicherungsrecht gehen kann. Ob eine Kasse in Sachen Kontakte oder auch Beratung nicht den persönlichen Anforderungen genügt, dass ist nicht die Angelegenheit der Aufsichtsbehörde.
Die zweite Möglichkeit ist die Beschwerde (in deinem Fall kann es ja nur eine schriftliche sein) an den Vorstand der Kasse und die dritte Möglichkeit ist der Kassenwechsel.
Was passiert nun (aus meiner Erfahrung heraus) bei den einzelnern Möglichkeiten.
1 Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde
Du bekommst eine schriftliche Bestätigung über den Eingang deiner Beschwerde, darin steht dann, dass man die Kasse zu einer Stellungnahme aufgefordert hat, das aber nur dann, wenn man seitens der Aufsichtsbehörde deine Beschwerde dafür geeignet hält.
Die Kasse ist, und davon gehe ich mal einfach aus, auf solche Anfragen der Aufsichtsbehörde vorbereitet und wird eine entsprechende Antwort
geben. So, wie geschildert sehe ich die Wahrscheinlichkeit, dass deine Beschwerde grossen Erfolg haben wird, also ein anderes Auftreten der Kasse dir gegenüber, eher als gering an. Das ist meine Meinung - ich behaupte nicht, dass es so kommen muss.
2. Beschwerde beim Vorstand
Das könnte schon etwas erfolgreicher sein. In der Regel kümmert sich natürlich der Vorstand nicht persönlich um deine Beschwerde, auch wenn es eine entsoprechende Antwort vermuten lässt. Es wird vielmehr so sein, dass solche Beschwerden an die entsprechende Fachabteilung zur Beantwortung weitergeleitet wird. Aber es ist so, wenn sich solche Beschwerden häufen, dann wird da seitens der Kassenzentrale schon mal eingegriffen (Beschwerdemanagement) und geprüft. Es könnte sein, dass aufgrund einer Beschwerde schon mal der "Hinweis" in der Kundendatei auftaucht, dass der oder die Betroffene künftig "bevorzugt" im positiven Sinne behandelt werden muss weil man ja nicht will, dass erneut eine Beschwerde erfolgt. Meine persönliche Meinung in deinem Fall - würde ich der Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde vorziehen
3. Wechsel der Krankenkasse
Das ist natürlich die "ratikalste" Lösung und in gewissem Sinne auch die logischste. Ich gehe da auch von mir selbst aus - wenn mich jemand oder insgesamt alle aus einer Firma, mit der ich freiwillig einen Vertrag habe, so behandelt, dann beende ich dieses Vertragsverhältnis.
Allerdings kann ich bei dieser "Lösung" nicht wirklich wissen ob es mir bei der nächsten Kasse besser gehen wird.

Du siehst, jetzt bist du nicht schlauer als vorher weil du immer noch selbst entscheiden musst was du jetzt unternimmst.
Gruss
Czauderna

Sephoria
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Sephoria » 04.11.2019, 11:35

Doch, doch ich bin sehr viel schlauer aufgrund deiner Antwort, die mir sehr geholfen hat.
Ich weiß jetzt was ich zu tun habe.

Ich werde es bei einer anderen Krankenkasse nicht besser haben. Bisher war ich immer zufrieden. Und ich werde der KK nicht den gefallen tun u. Kündigen.

Lieben Dank, dass du mir so ausführlich geschrieben hast.

broemmel
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von broemmel » 04.11.2019, 11:45

Ich frage mich gerade welche medizinisch wichtigen Untersuchungen sind denn genehmigungspflichtig?
Spontan fällt mir da ein PET CT ein,..

Dann erschöpfen sich aber auch meine Ideen (Zahnersatz lasse ich mal aus)
Sonstige Untersuchungen und Behandlungen die im Leistungskatalog enthalten sind laufen doch unter Vorlage der eGK?
Ich kann mich ja täuschen oder ich habe heute eine Montagsblockade.

Wenn Du jetzt andere Ärzte mit zur Behandlung heranziehst ist es doch prima. Ich vermute aufgrund der langen Wartezeit es sich Fachärzte. Da ruf doch mal Deine Kasse an. Es gibt Kassen die haben einen Terminservice und versuchen für Dich einen früheren Termin bei einem Facharzt zu erhalten. Gerade wenn Du im Krankengeldbezug ist, ist es doch ein primäres Ziel der Kasse.

Schickst Du Deine mails an einen Sachbearbeiter? oder an eine allgemeine e-mail Adresse?
beim Sachbearbeiter hilft ein Gespräch mit dem zuständigen Teamleiter. Gegebenenfalls die mails an den Teamleiter schicken, der verteilt die und sollte die Erledigung beachten. Wenn es eine allgemeine e-mail Adresse ist.... Anfrage welcher Sachbearbeiter/Teamleiter zuständig ist und dann diese Anschrift verwenden.

Wenn das Problem Äpfel und Birnen enthält hilft ein Gespräch. Wie sagt heinrich immer so treffend.... sprechenden Menschen kann geholfen werden. Bei Äpfeln und Birnen handelt es sich meistens um ein Sender/Empfänger Problem.

Wo hat sich Dein Arzt beschwert? Bei Dir? Oder direkt bei der Kasse? Erfahrungsgemäß ist es selten wenn ein Arzt sich bei der Kasse beschwert. Die Äusserung kommt meist im Patientengespräch zwischen Arzt und Patient. Da kann man vieles sagen...

Sephoria
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Sephoria » 05.11.2019, 12:00

Guten Morgen,

der Arzt hat sich telefonisch beschwert bei der KK, ich war dabei. Und er hat einen Brief geschrieben an die KK.

Die Untersuchung, die ich hatte, musste ich genehmigen lassen. Es gibt Patienten, die Platzangst haben.

Der Terminservice ist auch nicht viel besser um ehrlich zu sein. Da habe ich selbst herum telefoniert und eher einen Termin erhalten als der Terminservice der KK mir mitgeteilt hatte.

Die E-Mails schicke ivhbimmer an eine allgemeine Adresse. Habe mir aber gedacht, ich schreib den jetzt einfach nicht mehr. Wenn was wichtiges ist, gehe ich dort hin und mache es vor Ort und lasse mir alles bestätigen.
Ich möchte dort auch nicht so viel Ärger machen, das ist schon alles Absicht und hier muss ich ganz ehrlich sagen, das Gesundheitssystem ist wirklich aufgrund der überfüllten Ärzte eine Katastrophe. Und bei Fachärzten 3 Monate auf einen Termin warten, obwohl man Beschwerden hat, das ist schon heftig.aber auch damit muss man sich abfinden.

Schlimm ist es für mich, dass ich gesund werden möchte und aufgrund der langen Wartezeiten nicht gesund werde, weil nichts vorwärts geht.

Czauderna
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Czauderna » 05.11.2019, 12:15

Hallo,
Die Untersuchung, die ich hatte, musste ich genehmigen lassen. Es gibt Patienten, die Platzangst haben.
ich rate mal - es ging um eine open -MRT. Das kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit, da waren solche Anträge sehr oft zu entscheiden.
Damals, also vor mehr als drei Jahren, war es so, dass diese Leistung grundsaetzlich keine Kassenleistung war - im gesamten Bundesgebiet gab es nur sehr wenige solcher "offenen MRT-Geräte", die direkt über die Kasse abgerechnet werden konnten. Zum Glück befand sich bei und ein solches Gerät in zumutbarer Nähe, so dass ich selbst da wenige Probleme hatte - wenn wir entsprechende Anträge (medizinisch begründet und natürlich immer mit Platzangst) bekamen, dann haben wir als Kasse versucht dort einen Termin zu bekommen, was auch meist klappte.
In allen anderen Fällen ging das auch damals nicht so einfach, meist wurde da noch der MDK eingeschaltetet. Was die Kostenübernahme in diesen Entscheidungsfällen betraf, gab es unterschiedliche Entscheidungen bei Bewilligung, entweder wurden die Kosten für die Untersuchung in einem "normalen" MRT-Gerät (kassensatz) im Rahmen des Kostenerstattungsverfahrens (also Zahlung an Versicherten) übernommen oder eben teilweise auch die Gesamtkosten (ebenfalls als Kostenerstattung).
Ich bin schon etwas überrascht, dass dies offenbar auch heute noch so ist, dass Untersuchungen im "offenen" MRT immer noch genehmigungspflichtig sind, wenn ich denn mit meiner Vermutung recht habe.
Gruss
Czauderna

eulig
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von eulig » 08.11.2019, 16:39

@czauderna

da hat sich auch nachwievor nichts dran geändert.

denn auch weiterhin müssen Kassen "nur" in ausreichendem Maße zahlen unter Berücksichtigung was einem Patienten zugemutet werden kann. und darunter zählt nunmal auch ein herkömmliches MRT. eine offenes MRT gibts nur unter bestimmten Voraussetzungen übernommen, weil es über das Maß der ausreichenden Versorgung hinausgeht.

Platzangst ist übrigens Agoraphobie und ist in diesem Zusammenhang die falsche Diagnose.

ein Facharzt muss die Diagnose Klaustrophobie feststellen und kann erst damit die Notwendigkeit eines offenen MRTs medizinisch und fachlich begründen.

Czauderna
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Re: Beschwerdestelle für Krankenkasse?

Beitrag von Czauderna » 08.11.2019, 18:02

Hallo Eulig,
vielen Dank für die Rückmeldung. Ich habe den Begriff "Patzangst" von der/dem Fragenden übernommen, die offenbar damit Erfolg bei der Kasse hatte und die Genehmigung am ende auch bekam, so habe ich es jedenfalls verstanden. Natürlich ist die genaue Diagnose wichtig bei der Antragstellung.
Gruss
Czauderna

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