Länge Krankengeld

Informationen und Fragen zum Krankengeld

Moderator: Czauderna

Antworten
Sephoria
Beiträge: 21
Registriert: 02.04.2019, 09:54

Länge Krankengeld

Beitrag von Sephoria » 11.02.2020, 12:29

Guten Morgen,

Krankengeldbezug sind doch 78 Wochen und in Monaten umgerechnet 19,5 Monate, oder?


Krankengeld wird doch von der letzten 12 Monaten berechnet und vom Weihnachtsgeld, oder?

Was bedeutet die Angabe des Bemessungszeitraums?

Ich glaube meine KK hat sich hier verrechnet, darum muss ich einmal fragen.

Und dann noch etwas, die Krankenkasse zahlt einfach mal so nicht mein Krankengeld, und musste sie dreimal dazu auffordern. Ich finde das nicht normal und habe ich hier irgendein Recht? Das haben die jetzt das zweite Mal gemacht.

Ich weiß die machen das extra, aber ich kann ja nichts machen.

Viele Grüße und danke.

Czauderna
Beiträge: 9842
Registriert: 10.12.2008, 14:25

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Czauderna » 11.02.2020, 12:51

Sephoria hat geschrieben:
11.02.2020, 12:29
Guten Morgen,

Krankengeldbezug sind doch 78 Wochen und in Monaten umgerechnet 19,5 Monate, oder?
Das kommt darauf an wie es gerechnet wird - in der Krankenversicherung nicht nach Monaten, sondern, was den Gesamtanspruch angeht, nach den tatsächlichen Kalendertagen, also insgesamt 546 Tage ( 78x7).


Krankengeld wird doch von der letzten 12 Monaten berechnet und vom Weihnachtsgeld, oder?
nein - der Bemessungszeitraum ist der letzte abgerechnet Lohnzahlungszeitraum vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, bei schwankenden Entgelten sind es die letzten drei Zeiträume. Einmalzahlungen innerhalb der letzten 12 Monate vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (ggf. auch von vorherigen Arbeitgebern) fließend in die Krankengeldberechnung ein

Was bedeutet die Angabe des Bemessungszeitraums?
siehe oben

Ich glaube meine KK hat sich hier verrechnet, darum muss ich einmal fragen.

Und dann noch etwas, die Krankenkasse zahlt einfach mal so nicht mein Krankengeld, und musste sie dreimal dazu auffordern. Ich finde das nicht normal und habe ich hier irgendein Recht? Das haben die jetzt das zweite Mal gemacht.
in der Regel ist es so, dass bei Einreichung der Folgemeldung während des Krankengeldbezugs innerhalb von 1-3 Kalendertagen die Auszahlung erfolgt.
Wenn dem nicht so ist, und das regelmäßig, dann sollte man die Kasse entsprechend dazu befragen.
Man hat natürlich das Recht, dass die Kasse das Krankengeld auszahlt, aber wenn es "Verzögerungen im Betriebsablauf" bei der Kasse gibt, dann trifft das mit Sicherheit nicht einzelne Krankengeldbezieher, sondern mehrere. Es gibt sicher dafür Gründe - man muss eben nur fragen


Ich weiß die machen das extra, aber ich kann ja nichts machen.
Wenn du weißt, dass die Kasse das in deinem Fall extra macht und deine Krankengel Überweisung zurückhält, dann kannst du dich entsprechend schriftlich bei der Kasse beschweren

Viele Grüße und danke.
Gruss
Czauderna

Sephoria
Beiträge: 21
Registriert: 02.04.2019, 09:54

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Sephoria » 11.02.2020, 15:04

Lieben Dank. Zum Glück gibt es das Form, ich wäre sonst aufgeschmissen.


Die KK hat mir ein Schreiben übermittelt. Ich soll eine Zustimmung der Datenübermittlung unterschreiben. Ich befinde mich derzeit in Reha und es geht um den Bericht.
Muss ich das unterschreiben?

Czauderna
Beiträge: 9842
Registriert: 10.12.2008, 14:25

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Czauderna » 11.02.2020, 16:02

Sephoria hat geschrieben:
11.02.2020, 15:04
Lieben Dank. Zum Glück gibt es das Form, ich wäre sonst aufgeschmissen.


Die KK hat mir ein Schreiben übermittelt. Ich soll eine Zustimmung der Datenübermittlung unterschreiben. Ich befinde mich derzeit in Reha und es geht um den Bericht.
Muss ich das unterschreiben?
Hallo,
nein, müssen, musst Du nicht, schon gar nicht dafür, dass die Kasse den Entlassungsbericht (Die Kasse geht nichts an, was in dem Bericht steht) bekommt. Wenn überhaupt, kannst Du Dein Einverständnis für den Fall erklären, dass der Bericht nur dem MDK ggf. zur Verfügung gestellt wird, aber das muss auch nicht zwingend sein und erst recht nicht jetzt.
Gruss
Czauderna

D-S-E
Beiträge: 296
Registriert: 14.12.2015, 20:27

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von D-S-E » 12.02.2020, 13:33

Hallo,

ich finde schon, dass die Schweigepflichtentbindung für den Rehabilitationsbericht unterschrieben werden muss. Die Krankenkasse muss herausfinden, ob sie für dich zuständig ist oder die Rentenversicherung. Wenn du diese Prüfung durch das Nicht-Unterschreiben blockierst, verstößt du meines Erachtens gegen die Mitwirkungspflichten.

Viele Grüße
D-S-E

Czauderna
Beiträge: 9842
Registriert: 10.12.2008, 14:25

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Czauderna » 12.02.2020, 15:25

D-S-E hat geschrieben:
12.02.2020, 13:33
Hallo,

ich finde schon, dass die Schweigepflichtentbindung für den Rehabilitationsbericht unterschrieben werden muss. Die Krankenkasse muss herausfinden, ob sie für dich zuständig ist oder die Rentenversicherung. Wenn du diese Prüfung durch das Nicht-Unterschreiben blockierst, verstößt du meines Erachtens gegen die Mitwirkungspflichten.

Viele Grüße
D-S-E
Hallo,
und wo genau steht so etwas in einem Entlassungsbericht - welcher Krankenkassenmitarbeiter/in hat die medizinischen Fachkenntnisse um hier eine Beurteilung vornehmen zu können. In einem solchen Bericht stehen zudem auch Sachverhalte, deren Kenntnisnahme nicht zu den Aufgaben einer Krankenkasse gehört. Sicher, aus einem solchen Bericht geht z.B. der Vorschlag für eine stufenweise Wiedereingliederung hervor und da kann es tatsächlich zur Frage kommen, wer dafür der Reha-Träger ist - noch die Rentenversicherung oder wieder die Krankenkasse. Ich habe in meiner Praxis noch nie damit ein Problem gehabt und Reha-Entlassungsberichte haben wir für uns selbst nie angefordert, allenfalls für den MDK und da wurden die Berichte von der Reha-Klinik oder dem behandelnden Arzt direkt an den MDK oder an uns in einem verschlossenen Umschlag gesandt.
Ich sehe das anders als D-S-E, aber vielleicht haben sich inzwischen die Verhältnisse geändert.
Gruss
Czauderna

D-S-E
Beiträge: 296
Registriert: 14.12.2015, 20:27

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von D-S-E » 12.02.2020, 19:33

Entschuldigung, missverständlich.
Ich finde, dass die Schweigepflichtentbindung für den MDK unterschrieben werden sollte. Natürlich geht die Kasse der Bericht nichts an, aber der MDK sollte den Bericht schon erhalten.

Czauderna
Beiträge: 9842
Registriert: 10.12.2008, 14:25

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Czauderna » 12.02.2020, 19:51

D-S-E hat geschrieben:
12.02.2020, 19:33
Entschuldigung, missverständlich.
Ich finde, dass die Schweigepflichtentbindung für den MDK unterschrieben werden sollte. Natürlich geht die Kasse der Bericht nichts an, aber der MDK sollte den Bericht schon erhalten.
Hallo,
alles klar - und schon sind wir wieder einer Meinung.
Gruss
Czauderna

Sephoria
Beiträge: 21
Registriert: 02.04.2019, 09:54

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Sephoria » 18.02.2020, 09:33

Guten Morgen,

ich habe mich leider vertan und zwar meinte ich den MDK der Krankenkasse. Dafür soll ich die Einverständniserklärung unterschreiben. Wenn ich weiterhin Krankengeld bekommen sollte dann muss ich das unterschreiben, dass die Eisicht in den Rehabericht bekommen.

Sephoria
Beiträge: 21
Registriert: 02.04.2019, 09:54

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Sephoria » 18.02.2020, 09:37

546 Tage wären 18 Monate und 2 Tage, richtig?
Die 6 Wochen meines Arbeitgebers zählen nicht dazu oder? Weil das Arbeitsverhältnis wurde aufgelöst.


Ich befinde mich derzeit noch in Reha und habe nach Ende der Reha noch einen Restanspruch auf Krankengeld. Ich werde wohl auch arbeitsunfähig entlassen und jetzt verstehe ich etwas nicht.

Ich soll nach Ende der Reha zum Arbeitsamt gehen. Gibt es nur den Weg?
Ich bin doch noch krank, ich verstehe das nicht.

Evtl. Werde ich eine berufliche Rehabilitation machen, aber das muss noch abgeklärt werden .

Czauderna
Beiträge: 9842
Registriert: 10.12.2008, 14:25

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Czauderna » 18.02.2020, 10:26

Sephoria hat geschrieben:
18.02.2020, 09:37
546 Tage wären 18 Monate und 2 Tage, richtig?
Ich habe jetzt nicht nachgerechnet, kann sein, ist aber für die Berechnung des Krankengeldanspruchs irrelevant - hier geht es nach den genauen Tagen
Die 6 Wochen meines Arbeitgebers zählen nicht dazu oder? Weil das Arbeitsverhältnis wurde aufgelöst.
doch, die Lohnfortzahlung zählt dazu - genau so wie die Zeit des Übergangsgeldbezuges - in diesen Zeiten ruht der Anspruch auf Krankengeld aber trotzdem werden diese Zeiten bei der Gesamtanspruchsdauer berücksichtigt.


Ich befinde mich derzeit noch in Reha und habe nach Ende der Reha noch einen Restanspruch auf Krankengeld. Ich werde wohl auch arbeitsunfähig entlassen und jetzt verstehe ich etwas nicht.

Ich soll nach Ende der Reha zum Arbeitsamt gehen. Gibt es nur den Weg?
Ich bin doch noch krank, ich verstehe das nicht.

Evtl. Werde ich eine berufliche Rehabilitation machen, aber das muss noch abgeklärt werden .
Erst kommt es darauf an, wie die Entlassung aus der Reha erfolgt und was dann auf dem Entlassungsschein steht .
Steht da "arbeitsunfähig", dann besteht entweder Krankengeldanspruch oder ggf. auch weiter Übergangsgeldanspruch bei konkreter Festlegung der beruflichen Reha. - das wäre dann mit Krankenkasse und/oder Rentenversicherung abzuklären. Am besten ist es, sich mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen. In dem Fall zum Arbeitsamt wird meiner Auffassung nach, nichts nützen - da wird es wegen der Arbeitsunfähigkeit keine Leistungen geben.
Steht auf dem Entlassungsschein aber "arbeitsfähig" - bleibt wirklich nur der sofortige Gang zum Arbeitsamt
Gruss
Czauderna

Sephoria
Beiträge: 21
Registriert: 02.04.2019, 09:54

Re: Länge Krankengeld

Beitrag von Sephoria » 20.02.2020, 09:04

Ich danke dir für die ausführliche Antwort.
Die hilft mir sehr.

Das ist wirklich der Wahnsinn. Man ist krank und hat letztendlich mehr Stress als wenn man arbeiten geht.

Antworten