Beitragsveränderung 2021

Informationen zu Fusionen, Zusatzbeiträgen und Beitragsausschüttungen der gesetzlichen Krankenkassen

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Karl44
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Beitragsveränderung 2021

Beitrag von Karl44 » 10.09.2020, 08:34

Hallo,
meine Frage(n): Sofern für 2021 eine Beitragserhöhung über uns schwebt, ist diese ja von den Krankenkassen anzuzeigen, wie lange vor Inkrafttreten einer Erhöhung ist dies von den Krankenkassen anzuzeigen?
Besteht bei einer Erhöhung der Beiträge ein außerordentliches Kündigungsrecht?

Noch eine kurze Frage: Ein Bekannter von mir hat den Angstschweiß auf der Stirn. Er hat sich bei einer neuen Krankenkasse angemeldet jedoch seine alte noch nicht gekündigt. Nun möchte er doch bei seiner alten Krankenkasse bleiben und fürchtet Repressalien mit der "neuen" Krankenkasse.
Was könnte er tun um geräuschlos aus der Lage herauszukommen?

Czauderna
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Re: Beitragsveränderung 2021

Beitrag von Czauderna » 10.09.2020, 09:29

Karl44 hat geschrieben:
10.09.2020, 08:34
Hallo,
meine Frage(n): Sofern für 2021 eine Beitragserhöhung über uns schwebt, ist diese ja von den Krankenkassen anzuzeigen, wie lange vor Inkrafttreten einer Erhöhung ist dies von den Krankenkassen anzuzeigen?
Besteht bei einer Erhöhung der Beiträge ein außerordentliches Kündigungsrecht?

Noch eine kurze Frage: Ein Bekannter von mir hat den Angstschweiß auf der Stirn. Er hat sich bei einer neuen Krankenkasse angemeldet jedoch seine alte noch nicht gekündigt. Nun möchte er doch bei seiner alten Krankenkasse bleiben und fürchtet Repressalien mit der "neuen" Krankenkasse.
Was könnte er tun um geräuschlos aus der Lage herauszukommen?
Hallo,
die Mitgliedschaft in der neuen Krankenkasse kommt erst zustande, wenn er die Kündigungsbestätigung der alten Kasse dort vorlegt.
Solange er die Kündigung bei der alten Kasse nicht abgegeben hat, wird auch die Mitgliedschaft dort nicht beendet.
Hinzu kommt noch, dass man einen Antrag auf Mitgliedschaft vor Beginn der Mitgliedschaft jederzeit zurücknehmen kann (ohne Gründe).
Gruss
Czauderna

PatMa
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Re: Beitragsveränderung 2021

Beitrag von PatMa » 13.11.2020, 15:56

Ein Neuantrag kann ohne Grund zurückgenommen werden?

Ich war der Meinung, auch hier müsste immer ein triftiger Grund vorliegen, um den Antrag zurückziehen zu können.

LG

Czauderna
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Re: Beitragsveränderung 2021

Beitrag von Czauderna » 13.11.2020, 18:09

Hallom
nein, eine Begründung ist nicht notwendig
Gruss
Czauderna

heinrich
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Re: Beitragsveränderung 2021

Beitrag von heinrich » 21.11.2020, 12:46

zum Zeitraum, für den die Krankenkasse der höheren (Zusatz-)Beitragsssatz mitteilen muss
siehe § 175 Abs. 4


Versicherungspflichtige und Versicherungsberechtigte sind an die Wahl der Krankenkasse mindestens 18 Monate gebunden. Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist. Erhebt die Krankenkasse nach § 242 Absatz 1 erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie ihren Zusatzbeitragssatz, kann die Kündigung der Mitgliedschaft abweichend von Satz 1 bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird. Die Krankenkasse hat spätestens e i n e n M o n a t vor dem in Satz 5 genannten Zeitpunkt ihre Mitglieder in einem gesonderten Schreiben auf das Kündigungsrecht nach Satz 5, auf die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes nach § 242a sowie auf die Übersicht des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen zu den Zusatzbeitragssätzen der Krankenkassen nach § 242 Absatz 5 hinzuweisen; überschreitet der neu erhobene Zusatzbeitrag oder der erhöhte Zusatzbeitragssatz den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz, so sind die Mitglieder auf die Möglichkeit hinzuweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln. Kommt die Krankenkasse ihrer Hinweispflicht nach Satz 6 gegenüber einem Mitglied verspätet nach, gilt eine erfolgte Kündigung als in dem Monat erklärt, für den der Zusatzbeitrag erstmalig erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird; hiervon ausgenommen sind Kündigungen, die bis zu dem in Satz 5 genannten Zeitpunkt ausgeübt worden sind. Die Sätze 1 und 4 gelten nicht, wenn die Kündigung eines Versicherungsberechtigten erfolgt, weil die Voraussetzungen einer Versicherung nach § 10 erfüllt sind, Satz 1 gilt nicht, wenn die Kündigung erfolgt, weil keine Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse begründet werden soll. Die Krankenkassen können in ihren Satzungen vorsehen, dass die Frist nach Satz 1 nicht gilt, wenn eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse der gleichen Kassenart begründet werden soll.


Eine Anmerkung von mir:
Durch das Sonderkündigungsrecht wird lediglich die Bindungsfrist (noch 18 Monte, ab Januar 2021 dann 12 Monate) ausgehebelt.
Da 99 % aller Menschen die Bindungsfrist (sind mindestens 18 Monate/12 Monate) bei der selben Krankenkasse versichert,
kann ich das Theater um das Sonderkündigungsrecht üüüüberhaupt nicht verstehen.
An die anderen Experten: oder habe ich was übersehen

amerin
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Re: Beitragsveränderung 2021

Beitrag von amerin » 23.11.2020, 15:49

heinrich hat geschrieben:
21.11.2020, 12:46
zum Zeitraum, für den die Krankenkasse der höheren (Zusatz-)Beitragsssatz mitteilen muss
siehe § 175 Abs. 4
Und? Theorie und Praxis vs. nicht vorhandene Sanktionen... :roll:
heinrich hat geschrieben:
21.11.2020, 12:46
Da 99 % aller Menschen die Bindungsfrist (sind mindestens 18 Monate/12 Monate) bei der selben Krankenkasse versichert
Her mit der fundierten Quelle, die will ich sehen. 8)
heinrich hat geschrieben:
21.11.2020, 12:46
oder habe ich was übersehen
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Zuletzt geändert von amerin am 23.11.2020, 17:41, insgesamt 1-mal geändert.

Czauderna
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Re: Beitragsveränderung 2021

Beitrag von Czauderna » 23.11.2020, 16:07

Hallo,
Heinrich wird sich sicher auch noch melden.
amerin hat geschrieben:
23.11.2020, 15:49
heinrich hat geschrieben:
21.11.2020, 12:46
zum Zeitraum, für den die Krankenkasse der höheren (Zusatz-)Beitragsssatz mitteilen muss
siehe § 175 Abs. 4
Und? Theorie und Praxis vs. nicht vorhandene Sanktionen... :roll:
Her mit einem Beispiel
heinrich hat geschrieben:
21.11.2020, 12:46
Da 99 % aller Menschen die Bindungsfrist (sind mindestens 18 Monate/12 Monate) bei der selben Krankenkasse versichert
Her mit der fundierten Quelle, die will ich sehen. 8)
da kann ich Heinrich nur zustimmen, bei 99,9% aller Kündigungen die ich wegen dem Zusatzbeitrag auf dem Tisch hatte handelte es sich um Mitglieder, die schon länger als 18 Monate bei uns versichert waren, also nicht auf das Sonderkündigungsrecht pochen mussten. Belegen kann ich die 99,9% natürlich nicht, ist eben so ein "Bauchgefühl" von mir.
Gruss
Czauderna

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