prozentualer Zusatzbeitrag

Informationen zu Fusionen, Zusatzbeiträgen und Beitragsausschüttungen der gesetzlichen Krankenkassen

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CiceroOWL
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Beitrag von CiceroOWL » 05.06.2014, 20:27

http://www.bundestag.de/dokumente/texta ... orm/281940

Mehr Transparenz beim Zusatzbeitrag
Wenn gesetzliche Krankenkassen im neuen System einen Zusatzbeitrag erheben oder erhöhen, müssen sie künftig ihre Mitglieder in einem gesonderten Schreiben über ihr Sonderkündigungsrecht und den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz informieren. Die Krankenkassen sind verpflichtet in diesem Schreiben den durchschnittlichen Zusatzbeitrag aller Krankenkassen zu nennen. Ist der Zusatzbeitrag der Krankenkasse höher als der durchschnittliche Zusatzbeitrag, hat die Kasse ihre Mitglieder auf die Möglichkeit hinzuweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln. Darüber hinaus muss in dem Schreiben auf die Übersicht des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen hingewiesen werden, aus der hervorgeht, welche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben und in welcher Höhe. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen veröffentlicht diese Übersicht aktuell und in geeigneter Weise im Internet.
http://www.bmg.bund.de/krankenversicher ... uktur.html

Poet
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Es werde Licht...

Beitrag von Poet » 10.06.2014, 16:16

...jetzt wird es etwas Licht im Dunklen: Als durchschnittlicher BS der GKV zählt (wichtig für die Benachrichtigung) nicht der Durchschnitt der Kassen sondern der neuderdings vom BMG nach §242a festzulegende durchschnittliche Zusatzbeitrag der GKV. Dieser soll bis zum 01.11. veröffentlicht werden.

CiceroOWL
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Beitrag von CiceroOWL » 10.06.2014, 18:53

Intressant, jetzt muss das Controlling aber zusehen das das alles paßt, sonst wird einiges wohl denn durch den Markt passend gemacht.

http://www.gkv-spitzenverband.de/presse ... ungen-2045
«Die Zusatzbeiträge werden dadurch möglichst niedrig gehalten», so die Regierung. Die Kassen würden zudem ihre Finanzreserven stärker einsetzen. Die Regierung werde auch darauf achten, dass die Ausgaben nicht in die Höhe schnellen. Ab 2015 können die Kassen vom Einkommen abhängige Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen.
Die Regierung wies auch darauf hin, dass die Aufsichtsbehörden klammen Kassen die Erhöhung ihrer Zusatzbeiträge notfalls vorschreiben können - für den Fall, dass die Kasse dies scheut, um keine Kunden zu vergraulen. Ob es zu stärkeren Wechselbewegungen zwischen Kassen oder Fusionen von Versicherungen kommt, sei nicht vorherzusagen. Wenn durch Fusionen aber Synergieeffekte entstünden, «werden diese von der Bundesregierung begrüßt».

Poet
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Beitrag von Poet » 10.06.2014, 19:06

@Cicero: Zumindest ist das BMG ehrlich und sagt um was es eigentlich geht...

Mal sehen wo das BMG den ZB festsetzt. Ich denke, dass alle Kassen einen ZB einführen,sich aber erstmal auf oder unter dem Schnitt bewegen.
Zuletzt geändert von Poet am 10.06.2014, 19:16, insgesamt 1-mal geändert.

CiceroOWL
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Beitrag von CiceroOWL » 10.06.2014, 19:15

Abwarten.......... es kann nicht nur Gewinner geben.

Poet
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Beitrag von Poet » 10.06.2014, 20:22

...nein, sicher nicht aber wenn das BMG auf 15,5% festsetzt, dann dürften die meisten Kassen erst einmal mit den Rückflüssen auskommen. An der Finanzierung über den GF an die Kassen ändert sich ja 2015 nichts. Sterberegelung, KRG-Regelung ist ja jetzt schon alles mit eingeflossen.

CiceroOWL
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Beitrag von CiceroOWL » 11.06.2014, 08:58

Das könne sich keine Kasse leisten, so der DAK-Chef weiter. „Der aktuelle Beitragssatz liegt ja nicht ohne Grund bei 15,5 Prozent“, sagte Rebscher. Er beruhe auf Annahmen des Schätzerkreises und sei notwendig, um die Ausgaben der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) seriös zu finanzieren. „Auch 2015 werden daher fast alle Kassen um diesen Satz pendeln“ sagte Rebscher.
Zudem betonte der Krankenkassenchef, die Rückkehr zur Beitragssatzautonomie sei für das ganze System ein Gewinn. Rebscher: „Deshalb verstehe ich auch nicht, dass jetzt einzelne Betriebskrankenkassen wieder nicht zielführende Vorschläge an die Politik richten, damit an dieser Entscheidung noch mal geschraubt wird.“
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/5 ... nwischerei

Poet
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Beitrag von Poet » 11.06.2014, 20:20

...Recht hat er der H.Rebscher.

jensKMV
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Beitrag von jensKMV » 12.06.2014, 11:19

Ist ja witzig, Herr Rebscher spricht von "Lockprämien" anderer Kassen in dem Interview. Dann sollte er mal in seinem Hause nachgucken, dort wird das (anscheinend) auch nicht anders gemacht...

http://www.ndr.de/info/sendungen/report ... en187.html

Poet
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Beitrag von Poet » 12.06.2014, 15:50

@jens:...ja, er hat es aber auch gesagt:

"Und leider müssten alle Kassen mitziehen und diese Kosten übernehmen, denn sonst würden sie vom Wettbewerb überrollt."

roemer70
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Beitrag von roemer70 » 13.06.2014, 00:42

Poet hat geschrieben:"Und leider müssten alle Kassen mitziehen und diese Kosten übernehmen, denn sonst würden sie vom Wettbewerb überrollt."
Wodurch man diese Entwicklung weiter anheizt und sich aus einer ggf. schwierigen Marktposition durch Verheben in eine noch schlechtere Situation bringen kann.
Ich halte davon gar nichts.

Poet
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Beitrag von Poet » 13.06.2014, 06:52

@roemer: Schon klar aber danken es einem die Kunden wenn man sich gegen den Wettbewerb stellt?

CiceroOWL
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Beitrag von CiceroOWL » 13.06.2014, 09:24

Bei manchen, auch großen Kassen sehen die aktuellen Zahlen indes schlechter aus, als sie in Wahrheit sind. Denn bei einigen Ersatz- und Betriebskassen sind darin anteilige Prämienausschüttungen an ihre Mitglieder enthalten, die planmäßig aus den Reserven gedeckt werden. Verschiebungen im Finanzausgleich der Krankenkassen führen zudem bei einigen (vor allem Ersatz- und Betriebs-)Krankenkassen zu niedrigeren Einnahmen, bei andern, wie den AOK, zu höheren Einnahmen. Allein das Ergebnis von den Ersatzkassen sei durch Prämienzahlungen und Finanzausgleich um zusammen 270 Millionen Euro belastet worden.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/m ... 86920.html
Der Barmer, mit 8,6 Millionen Versicherten die zweitgrößte Kasse, fehlen 91 Millionen Euro. Die mit 1,8 Millionen Versicherten deutlich kleinere KKH muss ein Defizit von 19,8 Millionen Euro verkraften. 2,7 Millionen Euro muss die mit 340.000 Versicherten kleine HKK aus den Reserven nehmen. Am dicksten fiel das Minus bei der mit über 8,6 Millionen Versicherten größten Kasse, der Technikerkrankenkasse aus. Sie trug mit 217 Millionen Euro den größten Batzen zur Gesamtdefizit aller Ersatzkassen von 317 Millionen Euro bei. Im ersten Quartal 2013 hatte es für die Ersatzkassen noch ein Plus von 134 Millionen Euro gegeben.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen ... 34376.html

roemer70
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Beitrag von roemer70 » 13.06.2014, 22:48

Poet hat geschrieben:@roemer: Schon klar aber danken es einem die Kunden wenn man sich gegen den Wettbewerb stellt?
Sie danken es auch nicht, wenn ich mich dadurch verhebe.
Es stellt sich die Frage: Muss ich auf den Geldzug aufspringen? Vor allem, wenn die Konkurrenz mutmaßlich mehr Kohle verheizen kann? :wink:

CiceroOWL
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Beitrag von CiceroOWL » 14.06.2014, 11:08

Fast alle Versicherungen werden den Aufschlag von ihren Mitgliedern nehmen - da sind sich die Kassenfunktionäre von AOK bis TK einig. «Für eine begrenzte Zeit wird wohl die spannendste Frage sein, ob Kassen unterdurchschnittliche, durchschnittliche oder überdurchschnittliche Aufschläge erheben», sagt AOK-Chef Jürgen Graalmann. Manche werden zunächst etwas billiger als heute, manche teurer, manche bleiben auf ihrem Niveau.
Naja das Jahr 2014 ist noch nicht vorbei und schon wird spekuliert... Ich bin mal gespannt wie die Lage denn zum 01.11.2014 aussieht und denn ab dem 01.01.2015.

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