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100 Millionen Euro weg? Wie sich die Krankenkasse KKH aus Hannover mit Immobiliendeals gründlich verspekulierte

Verfasst: 31.07.2026, 10:10
von Rossi
Holla die Waldfee!

Zocken die Krankenkasse mit den Beiträge der Versicherten herum?

Guckt ihr hier:

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100 Millionen Euro weg? Wie sich die Krankenkasse KKH aus Hannover mit Immobiliendeals gründlich verspekulierte

Anleger aus dem deutschen Gesundheitssystem haben mit Immobilien-Deals viel Geld verloren. Recherchen unserer Redaktion zeigen, wie die Kaufmännische Krankenkasse KKH aus Hannover mit riskanten Geschäften einen erheblichen Schaden erlitten hat – von Wertberichtigungen im neunstelligen Bereich ist die Rede.

Hannover. In Zeiten niedriger oder sogar negativer Zinsen klangen die Angebote verlockend. Vermittler versprachen auskömmliche Renditen mit Bauprojekten in Deutschland, vor allem in großen Städten wie Düsseldorf, Berlin oder München – oft in bester Lage und stadtbildprägend.
Zahlreiche institutionelle Anleger schlugen zu. Versorgungswerke für Ärzte, Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen legten Geld an. Darunter war auch die Kaufmännische Krankenkasse KKH aus Hannover mit rund 1,5 Millionen Versicherten.

Aber: Statt die erwartete Rendite einzufahren, erlitten viele Anleger aus dem Gesundheitssystem mit Schuldscheindarlehen oder Inhaberschuldverschreibungen finanziellen Schiffbruch. Recherchen unserer Redaktion zeigen: Allein die KKH rechnet mit Wertberichtigungen bei ihren Anlagen in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro.

Das Portfolio der KKH: Herbe Verluste statt Rendite?
Auf Anfrage wollte die Krankenkasse dazu nicht Stellung nehmen. Insgesamt geht es nach internen Unterlagen, die unsere Redaktion eingesehen hat, um ein Projekt-Portfolio im Umfang von rund 260 Millionen Euro.

Am Landgericht Frankfurt klagt die KKH gemeinsam mit zwei anderen Anlegern aus dem Gesundheitssystem gegen Unternehmen und Personen, die in die Vermittlung verlustreicher Investments involviert gewesen sein sollen. Man sei über das tatsächliche Risiko der Geldanlage getäuscht worden, lautet der Kernvorwurf. Die vorgelegten Investitionsunterlagen hätten den Eindruck vermittelt, dass es sich um eine „sichere, konservative Anlage“ gehandelt habe. Man sei „verantwortungsbewusst mit den Geldern der Beitragszahlenden umgegangen“, teilte eine Sprecherin der KKH zu der Klage mit. Im Dezember wird verhandelt.

Allerdings: Nach Informationen unserer Redaktion hat die KKH die Abläufe, die zu den Geldanlagen führten, auch intern aufgearbeitet. Die Revisionsabteilung der Krankenkasse soll dabei erhebliche interne Probleme aufgedeckt haben. Unsere Redaktion hat in den vergangenen Wochen entsprechende Unterlagen und Berichte eingesehen.

Prüfer entdeckten in der Rückschau erhebliche Probleme

Darin ist von strategischen Fehleinschätzungen die Rede. Von mangelnder Expertise im Umgang mit komplexen Finanzkonstrukten, von unzureichendem Risikobewusstsein und fehlenden Vorgaben, wie Mittel überhaupt angelegt werden sollen. Kurzum soll die Prüfung „signifikante Organisationsdefizite“ ergeben haben.

Es habe nicht immer die gebotene professionelle Distanz zu Vermittlern bestanden, heißt es. Informationen etwa aus Werbeprospekten seien unkritisch übernommen worden – bis hin zu Inhalten für Powerpoint-Präsentationen für die Entscheidungsebene der KKH. Oftmals seien eigene Recherchen und Risikoanalysen unterblieben.